Segelfliegen lernen

Vincent Röhrig aus Lauta - Teilnehmer des Flieger-Sommerlagers auf dem Flugplatz in Nardt sitzt in einem Einsitzer. Foto: Jens Dettlaff Wie wird man Segelflug-Pilot?

Die Ausbildung erfolgt nach bundesweit einheitlichen Richtlinien mit einem Fluglehrer im Doppelsitzer. Du als Flugschüler sitzt vorn, der Lehrer sitzt hinten. Ist der Fluglehrer nach ca. 50-60 Starts der Meinung, dass du das Flugzeug zuverlässig und gefahrenlos fliegen kannst, darfst du das erste Mal allein fliegen. Wie lange eine Ausbildung aber genau dauert, kann man nicht pauschal sagen, da jeder Mensch ein anderes Lernverhalten hat. Der Fluglehrer lässt dich daher nicht nach einer bestimmten Anzahl von Starts allein fliegen, sondern entscheidet nach deiner Fähigkeit, das Flugzeug wirklich sicher fliegen zu können. Nach den ersten Alleinflügen folgen Flüge im Einsitzer unter der Aufsicht des Fluglehrers. Ein weiterer Höhepunkt sind die ersten kleinen Streckenflüge, die nun folgen.

Neben der praktischen Ausbildung findet bei uns auch eine theoretische Ausbildung statt, bei der du über Meteorologie, Luftrecht, Technik, Verhalten in besonderen Fällen und Navigation unterrichtet wirst. Am Ende der Ausbildung steht eine amtliche Prüfung in Theorie und Praxis. Wer sie besteht, bekommt eine SPL (Soaring Pilot Licence), den Luftfahrerschein für Segelflugzeugführer.

Aber auch nach dem Erhalt deines Flugscheins bieten sich noch viele Möglichkeiten für neue Herausforderungen, wie zum Beispiel der Wettbewerbs- und Streckensegelflug, der Segelkunstflug und das Motorseglerfliegen.

Welche Voraussetzungen brauche ich?

Wer Segelfliegen lernen will, braucht kein Supermann (-frau) zu sein. Bei uns im Verein fliegen Schüler und Studenten, Männer und Frauen, Angestellte und Selbstständige, Jugendliche und Rentner. Ein paar Grundvoraussetzungen sind aber doch nötig, um einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten:

  • Mindestalter 14 Jahre
  • Höchstgewicht nicht deutlich über 100kg
  • normale Gesundheit (fliegerärtzliches Untersuchungszeugis erforderlich)

Segelfliegen ist ein Sport für den man, um ihn sinnvoll zu betreiben, vor allem Zeit braucht. Es ist in einem Verein nicht möglich, nur mal eben für zwei Stunden zum Fliegen zu kommen, und dann wieder zu gehen. An den Tagen, an denen du fliegen möchtest, solltest du Zeit mitbringen. Für die Durchführung von Flugbetrieb braucht man die Hilfe der anderen Vereinsmitglieder. So braucht man im Flugbetrieb immer einen Windenfahrer, der das Flugzeug hochzieht, einen Startleiter, der den Flugbetrieb koordiniert und viele zusätzliche Helfer. Es wird also von jedem Mitglied Teamgeist und ausreichend Zeit erwartet. Die Tatsache, das Segelfliegen ein Teamsport ist, hat natürlich auch sehr angenehme Seiten. Oft finden zusätzlich auch außerfliegerische Aktivitäten statt oder wir sitzten abends nach dem Flugbetrieb noch gemütlich beisammen.

Was kostet Segelfliegen?

Segelfliegen ist nicht so teuer wie manch einer denken mag. Da wir alle im Verein sind, arbeiten alle unsere Vereinsfunktionäre ehrenamtlich. Von dem durch die Mitglieder erworbenen Geld verdient niemand persönlich, sondern es werden beispielsweise Reparaturen gemacht oder auch mal ein neues Flugzeug davon gekauft. Bei uns gibt es außerdem die Möglichkeit, im Winter bei der Wartung der Flugzeuge oder bei der Wartung des Platzes mitzuhelfen. Man kann sich mit dieser Arbeit ein Guthaben erarbeiten, das dann mit den Fluggebühren verrechnet wird. So können sich auch Schüler und Studenten das Segelfliegen leisten.

Wo kann ich mich anmelden?

Ganz einfach an einem Wochenende auf unserem Flugplatz in Nardt vorbeischauen, per EMail Fragen an den Ausbildungsleiter stellen und uns einfach darauf ansprechen. Dann können wir ganz in Ruhe über alles sprechen.