Fliegen ohne Sicht ! – Der Weg zur Wolkenflugberechtigung

6 Okt
Wolkenflugberechtigung in Strausberg
Wolkenflugberechtigung in Strausberg

Strausberg. Nach der Einführung der neuen luftrechtlichen Regeln EU 1178/2011 durch die EASA wurde auch die „Wolkenflugberechtigung für Segelflugzeuge“ im Nachtrag EU 245/2014 FCL.830 wieder ermöglicht. Allerdings müssen dazu die ATO’s, Fluglehrer, Flugzeuge und Prüfer ertüchtigt werden, eine Ausbildung auch umsetzen zu können. Klaus „Theo“ Körner stand mit seiner jahrelangen Erfahrung gern zur Verfügung und Sven Brandhorst vom Flieger-Club Strausberg e.V. setzte alle notwendigen Hebel in der ATO LLVB Brandenburg e.V., der zuständigen Behörde und seinem Verein in Bewegung, um die Ausbildung zu Wolkenflug rechtlich zu ermöglichen.

Die Ausbildung im Wolkenflug (früher auch treffender Blindflug genannt, da die Ausbildung nicht zwangsläufig in einer Wolke stattfinden muß) erfolgte dabei doppelsitzig, wobei die Kabine des Flugschülers vollständig abgedeckt ist. So hatten wir nur die Instrumente Wendezeiger mit Libelle, Fahrtmesser, Höhenmesser, Vario und Kompass zum Führen des Flugzeuges zur Verfügung. Aus deren Anzeigen folgernd orientierten wir uns. Wir erflogen Kompasskurse, navigierten kleine Streckenelemente, leiteten Trudeln aus und zentrierten Aufwinde in der Thermik. Die Ausbildung heißt zwar Wolkenflug, fand aber in unserem Fall tatsächlich stets außerhalb einer Wolke statt. Auch bei dieser Ausbildung wurden alle Vorschriften über Wolken-Abstände im kontrollierten Luftraum eingehalten und einer der Piloten hat immer Sicht nach VFR.

Abschließend kam der Prüfer Carsten Lindemann am 3.10.2019 nach Strausberg, um Sven Brandhorst und mir die Prüfung zur Wolkenflugberechtigung abzunehmen. Nach dem erfolgreichen Abschluß unserer eigenen Ausbildung hoffen wir, schon bald einen weiteren Wolkenflug-Lehrgang ins Strausberg organisieren zu können. Außerdem müssen die technischen und organisatorischen Bedingungen geschaffen werden, um neben dem obligatorischen Flugplan auch die Special Activity Area (SAA) beantragen zu können, die uns einen echten Wolkenflug erlauben würden.

Alexander Görnitz, Aeroklub Hoyerswerda e.V.
Foto: Horst Pattky