Junioren Qualifikationsmeisterschaft auf dem Flugplatz Aalen/ Elchingen 2019

1 Sep
Junioren Qualifikationsmeisterschaft auf dem Flugplatz Aalen/ Elchingen 2019
Junioren Qualifikationsmeisterschaft auf dem Flugplatz Aalen/ Elchingen 2019

Aalen. Vom 03.08. bis zum 10.08. fand auf dem Flugplatz Aalen/ Elchingen die Qualifikationsmeisterschaft der Junioren zur DM 2020 statt. Parallel dazu wurde dort der Ostalbpokal, eine Meisterschaft der Doppelsitzerklasse, ausgetragen.

Aus Sachsen traten drei Teilnehmer an: Maximilian Wießner vom Flugplatz Klix, Jan Jens Reinecke aus Leipzig Taucha/ Kamenz, welche beide schon an mehreren Wettbewerben teilgenommen haben. Ich, Tobias Thaler vom Flugplatz Nardt war der dritte Teilnehmer. Für mich war es allerdings der erste Wettbewerb. Daher war es vorerst mein Ziel nicht auf dem letzten Platz zu landen.

Die ersten beiden Tage des Wettbewerbs waren Trainingstage, an diesen bestand die Möglichkeit sich mit der Region vertraut zu machen und ein Gefühl für das Fliegen auf der Schwäbischen Alb zu bekommen. Allerdings konnte ich zu diesem Zeitpunkt bedingt durch die Prüfungszeit in der Uni noch nicht anwesend sein.

Zusammen mit meinem Helfer Maximilian Halla erreichten wir am Freitagmorgen nach acht Stunden Autofahrt den Flugplatz. Dort angekommen errichteten wir unser Lager und machten uns mit der neuen Umgebung vertraut. An Trainingsflügen nahmen wir nach der langen Anreise nicht teil. Um 20 Uhr wurde der Wettbewerb offiziell mit einem Briefing eröffnet. Insgesamt nahmen rund 80 Flugzeuge teil.

Da für diesen Wettbewerb eine freie Startaufstellung innerhalb der Klasse vorgesehen war, begann der erste Wertungstag ziemlich zeitig. Ab sieben Uhr wurde aufgerüstet, um acht Uhr standen die meisten Flugzeuge bereits im Grid. Vorher bildeten sich lange Schlangen auf dem Taxiway des Flugplatzes, somit war die Startposition schon viel früher festgelegt. Im Briefing um zehn Uhr wurde täglich das Wettergeschehen von einem Meteorologen analysiert, anschließend gab es die Tagesaufgaben für Club, Standard und Doppelsitzerklasse. Dabei handelte es sich um eine Racing Task mit einer Strecke von 138 km.
Startbereitschaft war für 14.30 Uhr angesetzt. Allerdings wurde diese aufgrund mangelnder Thermik weitere Stunden hinausgezögert bis der Tag letztendlich für alle Klassen neutralisiert wurde.

Am Sonntag, dem 04. August, war das Wetter deutlich besser. Aus diesem Grund wurde für die Clubklasse eine Tagesaufgabe mit rund 400 km ausgeschrieben. Anfangs konnte ich gut mithalten. Die Basis lag bei bis zu 2300 m MSL und die Aussicht entlang der Route war ebenfalls traumhaft, da man bis zum Bodensee schauen konnte. Jedoch hielt mein Glück nur bis etwa 50 km vor der letzten Wende. Dort war ich bereits relativ tief und kam nun immer langsamer voran. Als ich die letzte Wende entgegen aller Erwartungen doch noch erreicht hatte, packte mich der Optimismus und so flog ich auf direktem Kurs in Richtung Flugplatz mit der Hoffnung noch einen guten Bart zu finden. Nachdem dieser nicht auffindbar war und ich noch einige Minuten mühsam versucht habe mich in der Luft zu halten endete mein Flug schließlich 40 km vor dem Flugplatz auf einem Feld bei Monheim. Der tiefe Anflug über eine Bundesstraße war spannend. Jedoch verlief sowohl die Landung als auch die Rückholtour reibungslos.

Der kommende Tag wurde wegen des Wetters neutralisiert. Am Dienstag sah das Wetter nicht viel besser aus, allerdings wurde für diesen Tag eine 200 km Racing-Aufgabe ausgeschrieben. Anfangs stieg es gut, trotzdem gab es nur wenige gute Bärte, sodass vermehrt im Pulk mit vielen Seglern gekurbelt wurde. Nachdem die Abfluglinie geöffnet war, flog ich zusammen mit der RP ab. Nachdem wir direkt nach dem Abflug von einem heftigen Schauer überrascht wurden und bis auf 200 m über Grund heruntergespült wurden, war unsere Außenlandung vorprogrammiert. Wir landeten beide in einem kleinen Tal mit einem Bauernhof. Leider waren die Felder sehr steinig und ich musste zudem mit kräftigem Rückenwind hangaufwärts landen, sodass der Flieger einige Kratzer am Rumpf abbekam. Da Max ziemlich zügig vor Ort war, konnten wir den Flieger noch vor dem nächsten heranrollenden Gewitter abbauen und den restlichen Tag im Pool ausklingen lassen. An diesem Tag landete ein Großteil des Teilnehmerfeldes außen.

Der kommende Tag wurde bereits am Dienstagabend wetterbedingt neutralisiert. Somit stand einem ausgelassenen Bergfest nichts mehr entgegen. Für den verregneten Mittwoch hatte Jan eine kleine Führung bei SchemppHirth in Kirchheim organisiert. Nachdem wir zufällig von Thilo Holighaus begrüßt wurden, besichtigten wir das Werk und bekamen einen Einblick in die Produktion vom Arcus, Ventus 3, und co. Anschließend verbrachte das halbe Teilnehmerfeld den Rest des Tages in einer Therme in Aalen.

Am Donnerstag waren erneut 200 km ausgeschrieben. Anfangs befand ich mich noch im ersten Drittel der Clubklasse. Ab dem letzten Wendepunkt ging es leider nur noch bergab. Einige Kilometer in Richtung Flugplatz legte ich danach noch an der Hangkante der Schwäbischen Alb, etwa 100 m über Grund, zurück. Trotzdem musste ich 18 km vor dem Flugplatz außenlanden. Später stellte sich heraus, dass ich an diesem Tag eine falsche Aufgabe einprogrammiert hatte, da einige Tage zuvor bereits eine ähnliche Aufgabe ausgeschrieben war. Zusammen mit zwei anderen Flugzeugen hatten wir keinen gültigen Abflug und bekamen daher auch keine Punkte für die zurückgelegte Strecke.

Am Freitag wurde ebenfalls geflogen. Allerdings waren die Steigwerte sehr gering, sodass ich zur erneuten Landung auf dem Flugplatz gezwungen war. Als noch mehrere andere Flugzeuge am Boden waren wurde der Tag nachträglich neutralisiert.

Am Samstag wurde nach langer Überlegung nicht geflogen. Zur Entschädigung gab es einen interessanten Vortag von Thilo Holighaus zu dem Thema SegelflugGrandPrix. An anderen Abenden gab es zudem auch Vorträge zu den Themen TempAnalyse, sicheren Außenlandungen oder der Sportsoldatentätigkeit bei der Bundeswehr. Nach der Siegerehrung am Samstagabend traten wir den Heimweg an und waren am frühen Sonntagmorgen wieder auf dem Flugplatz. In der Gesamtwertung belegte ich schlussendlich den vorletzten Platz, ein akzeptables Ergebnis für den allerersten Wettbewerb.

Tobias Thaler